Unterschiede bei Corona-Tests

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Corona-Virus schematisch

gelbe Kette im Inneren der grau dargestellten Außenhülle des Virus; gelber Pfeil:
direkter Erregernachweis mit PCR-Test
mit Erbmaterial*
* Das ist in unseren Zellen DNA = DesoyRiboNucleinSäure (engl. Acid);
im Virus ist die Erbsubstanz RNA = RiboNukleinSäure.
RNA dient in den lebenden Zellen als mRNA = messengerRNA = BotenRNA und ist eine
Abschreibkopie der DNA, die zur Herstellung von Zellbausteinen gebraucht wird.

rote dargestellte Oberflächenstrukturen auf der Virushülle = Antigene, roter Pfeil:
direkter Erregernachweis mit Antigen-Test

blau dargestellte Y-Strukturen = Antikörper; blauer Pfeil: Indirekter Nachweis mit Antikörper-Test
über die Reaktion mit körpereigenen Antikörpern; nach einer Infektion oder Impfung.

Im Bild sehen wir, einen Kreis mit gelbem Pfeil um das Erbmaterial (gelbe innere Kette) des Virus. Das Erbmaterial des Virus besteht aus RNA (Ribonukleinsäure) die die Produktion von Virusteilen zu einem Virus ermöglicht. Dazu benötigt das Virus lebende Zellen, da es selbst nur eine leblose Kopieranweisung ist.
Der graue Kreis stellt die Außenhülle es Virus dar. Die roten Erhebungen auf der Hülle stellen die Antigene dar, die Oberflächenmoleküle, auf die unser Immunsystem reagiert. Die blauen, wie ein Y aussehenden Antikörper sind die Abwehrmoleküle die von unserem Immunsystem hergestellt werden.

Was messen nun die verschiedenen Tests?

Alle Tests mussten bisher von medizinisch geschultem Fachpersonal durchgeführt werden, um das Testmaterial auch wirklich von den richtigen Stellen zu entnehmen. Das ist für manche Menschen sehr unangenehm und löst daher unwillkürlich Abwehrreaktionen aus. Um keine falschen Testergebnisse zu erzielen, müssen die Probenentnahmen sehr sorgfältig durchgeführt und die Abwehrbewegungen vom Probanden unterdrückt werden. Denn bei diesen Tests muss das Probenmaterial aus dem tiefen Rachenraum abgestrichen werden. Das geht durch die Nase oder / und durch den Mund.

Antigen-Schnelltest

Der Rachenabstrich mit den viralen Oberflächenproteinen wird in ein Röhrchen mit Pufferlösung gegeben. Von der Lösung wird eine definierte Tropfenzahl auf die Testkassette – die an einen Schwangerschaftstest erinnert – gegeben.
Spezifische Antikörper in der Testkassette binden das Corona-Antigen, das durch eine chemische Reaktion im Verlauf sichtbar gemacht wird.

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Foto: ZDF

Das Ergebnis Nein = ein Strich = Probe in Ordnung oder Ja = zwei Striche = Probe Corona-positiv ist in 15 – 30 Minuten ablesbar.

Gerade um symptomfrei Infizierte zu erkennen und zu isolieren, können die günstigen Antigen-Schnelltest bei medizinischem Personal, vor Unterrichtsbeginn, am Arbeitsplatz, vor Besuchen in Kliniken und Heimen etc. sehr nützlich sein.
Bei positivem Test ist dieser unbedingt durch einen PCR-Test zu bestätigen. Denn die Empfindlichkeit (Sensitivität) und Genauigkeit (Spezifität) ist beim PCR-Test deutlich höher. d.h. die Fehlerquote von Schnelltests ist höher.

PCR-Test (Gold-Standard)

Der Polymerase-Ketten-Reaktions-Test ist ein reiner Nukleinsäure-Nachweis. Hier werden spezifische Sequenzen des viralen Erbmaterials um ein vielfaches vermehrt, so dass auch geringste Menschen nachgewiesen werden können.
Die chemische Reaktion durchläuft mehrere sich wiederholende Zyklen im Thermocycler.

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Thermocycler Beispiel, Bild: ebay

Dabei gilt: Je mehr SARS-CoV-2-Erbsubstanz das Ausgangsmaterial enthält, desto weniger Zyklen sind notwendig, bis ein Nachweis erbracht werden kann – und umgekehrt.
Somit ist die Anzahl der Zyklen (auch Zykluswerte genannt = CT-Wert, engl. cycle threshold) ein Maß für die Infektiösität eines Betroffenen.
Faustregel: Je kleiner der CT-Wert, desto ansteckender ist ein Covid-Infizierter.

Das Ergebnis des PCR-Tests liegt frühestens 3 – 4 Stunden nach Laboreingang vor.

Die mit des SARS-CoV-2-infizierten sind nicht in allen Phasen der Erkrankung gleichermaßen ansteckend: zu Beginn und beim Abklingen der Infektion ist die Viruslast gering und damit auch die Infektiösität.
Während der 2 – 14 Tage dauernden Inkubationsphase (in der sich das Virus in den Zellen des Körpers vermehrt, bevor erste Symptome sichtbar werden) nimmt die Viruslast zu und ist besonders am Tag des Auftretens der ersten Symptome besonders hoch.
Auch Betroffene, deren Infektion ganz ohne Symptome verläuft, können also hoch ansteckend sein, während bei schwer bis lebensbedrohlicher Symptomlage die Infektiösität gering sein kann; z.B. weil sich der Körper dann vor allem mit den Schäden, die das Virus durch Zellzerstörung im Gewebe – aufgrund der Virusproduktion – hinterlassen hat, auseinandersetzen muss.

Ein Antikörper-Nachweis durch einen Antikörper-Test zeigt auf, dass der Betroffene Kontakt mit dem SARS-CoV-2-Virus hatte – wahrscheinlich eine derartige Erkrankung überstanden hat oder geimpft wurde.
Denn beim Impfen wird dem Körper Virusmaterial gespritzt, damit die körpereigenen Immunzellen Abwehrstoffe = Antikörper gegen das entsprechende Virus, gegen das geimpft wurde, bilden.

Quelle: GesundheitsKompass Nr. 1, Januar 2021, Dr. med. Tunay Aslan, Ärztl. Leiter Bioscientia MVZ Labor Mittelhessen GmbH

Inzwischen gibt es Spuck und Speichel-SchnellTest

Schnell-Tests müssen nicht schmerzhaft sein und können nun auch von Laien durchgeführt werden.
Hier ein Angebot des masken-shop.at/product/covid-19-speichel-und-spucktest-antigen/

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