Gesunde Luft gegen Viren und Bakterien

Mit optimaler Raumluftfeuchte Viren bekämpfen

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen in TGA Fachplaner 03/2019., hier ein Auszug daraus.

Beim Atmen, Sprechen und Husten geben Erkrankte kleinste Speichel- und Schleimtröpfchen in die Raumluft ab, in denen sich Krankheitskeime befinden. Diese infektiösen Mikro-Tröpfchen (Aerosole) aus den feuchten Atemwegen durchlaufen bei der thermodynamischen Anpassung an die trockene Raumluft einen Verdunstungsprozess, sie „verdampfen“ förmlich in der Raumluft.

Binnen weniger Sekunden verlieren sie mehr als 90% ihres Wassergehalts. Ihr Endzustand und das Schicksal der suspendierten Mikroben (ob sie infektionsfähig bleiben) hängen wesentlich von der relativen Raumluftfeuchtigkeit ab. Liegt die relative Luftfeuchtigkeit in einem Bereich von 40 bis 60%, steigt mit sinkendem Wasseranteil in den Aerosolen die Konzentration an Salzen und Eiweißen bis auf das 13-Fache an.

Da eine Restfeuchte in den Tröpfchen verbleibt, können die hoch konzentrierten Salze Viren und Bakterien innerhalb weniger Minuten inaktivieren. Liegt jedoch die Wasserdampfsättigung der Luft unterhalb von rund 40% r. F., trocknen die Aerosole vollständig aus.

In den trockenen Substanzen sind die Viren und Bakterien eingelagert, sozusagen konserviert und bleiben infektiös. Stundenlang, teilweise sogar tagelang verbleiben die virenbeladenen Partikel in der Raumluft und verteilen sich mit der Lüftung im ganzen Gebäude.

Werden die vertrockneten, stark hygroskopischen Aerosole eingeatmet, nehmen sie in den feuchten Atemwegen erneut Wasser auf. Die ausgetrockneten Substanzen gehen in Lösung und die Erreger können einen erneuten Infektionsprozess starten. Die luftgetragene (aerogene) Übertragung ist damit erfolgreich abgeschlossen.

Luftfeuchtigkeit und Erkrankungsrisiko: Eine Raumluftfeuchte zwischen 40 und 60 % r. F. ist für das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen in zahlreicher Hinsicht optimal (Diagramm adaptiert nach Scofield Sterling).
© CondairLuftfeuchtigkeit und Erkrankungsrisiko: Eine Raumluftfeuchte zwischen 40 und 60 % r. F. ist für das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen in zahlreicher Hinsicht optimal (Diagramm adaptiert nach Scofield Sterling).

Optimale Raumluftfeuchte im Winter durch aktive Befeuchtung

In der kalten Jahreszeit wird durch den Außenluftwechsel die Raumluftfeuchte „zwangsweise“ verringert, Winterluft hat eine deutlich geringere absolute Luftfeuchte als Raumluft im gesundheitlich zuträglichen Bereich. Ein höherer Luftwechsel oder eine zusätzliche Stoßlüftung sind also kontraproduktiv, Feuchtigkeit muss der Raumluft über andere Maßnahmen zugeführt werden.

Gängige Hausmittel, wie Wasserschalen auf der Heizung, ein Zimmerbrunnen oder Grünpflanzen, sind grundsätzlich nicht falsch, ihre Wirkung ist aber stark begrenzt und damit nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Hugentobler: „Möchte man in einem gesunden Innenraumklima leben und arbeiten – eine optimale Raumluftfeuchte gehört dazu –, kann das in den kalten Wintermonaten nur über eine aktive Befeuchtung herbeigeführt werden.“ Eine ausgeglichene Luftfeuchte stärkt nicht nur die Abwehrkräfte des Körpers gegen krank machende Eindringlinge wie Bakterien und Viren, sondern kann zugleich bei Problemen der Atemwege wie Asthma, Allergien und Infektionen für Erleichterung sorgen.

Diffusionsluftbefeuchtung bietet viele Vorteile

Um die Raumluft auch während der Heizperiode ausreichend feucht zu halten, haben sich bisher drei Befeuchtungstechniken bewährt: Verdampfung, Verdunstung und Zerstäubung von Wasser. Dampf-Luftbefeuchter erzeugen heißen Dampf und bieten so eine besonders hohe Hygienesicherheit. Verdunstung und Zerstäubung von Wasser sind zwei weitere Verfahren, die weit verbreitet sind.

Innovativ und für die Zukunft sehr erfolgversprechend sind die Diffusionsluftbefeuchter, die entscheidende Vorteile bieten. Die neue Technik basiert auf natürlicher Feuchtediffusion durch eine wasserdichte, aber atmungsaktive Membran. Dieser Effekt wird beispielsweise bei moderner Funktionsbekleidung genutzt, um Körperfeuchtigkeit in Form von Wasserdampf abzuführen. Bei der Luftbefeuchtung erfolgt der Transport von Wassermolekülen aus einem Wasserreservoir in einen trockenen Zuluftstrom auf der entgegengesetzten Membranseite.

Dies ermöglicht einen absolut hygienischen Betrieb, weil keine Keime aus dem Wasser durch die ultrafeinen Poren in die Luft gelangen können und zudem die Membranseite im Luftstrom immer vollständig trocken bleibt.

Einen Vergleich der Befeuchtungs-Methoden und weitere Aspekte der Luftbefeuchtung enthält der Fachartikel „Systeme zur zentralen Luftbefeuchtung“ aus  der Zeitschrift TGA Fachplaner.

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen in TGA Fachplaner 03/2019.

(Mein) Corona-Lagebericht als 75-Jähriger-Teil 2

Viren und Masken

Erfahrungen eines 75-Jährigen.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt ! So sagt man.

Doch mit dem Erkennen ist das so eine Sache, wenn man die Gefahr nicht selbst SEHEN kann und also andere Hilfsmittel benötigt. Und damit kommen auch andere Menschen ins Spiel, die ein anderes Erkennen besitzen

2020: Corona ist das Schlagwort. Ich registriere intensiv die Zahlen und Bilder über Covid-19 seit dem 1. März und erlebe die Aktivitäten der Politik und die der Medien.. Ich gestalte selbst hier im Bilderbogen die aktuellen Corona-Informationen unter covid-19.biebertaler-bilderbogen.de. Und als „Risiko“-Person, wie ich bezeichnet werde, mache ich mir so meine Gedanken. (Winfried Senger)

  • Wenn aktuell über den Nutzen von Masken berichtet wird, so vermisse ich die Informationen über die Risiken. Vor einem halben Jahr haben die Weltgesundheitsorganisation WHO, das RKI (Robert Koch Istitut) und auch alle Spitzen-Virologen vor dem Tragen der Masken gewarnt. Ist das jetzt anders und warum? Und wenn ich nachsehe, welche Studien vorliegen, die den Nutzen konkret belegen, so kommen immer (Modell-) Studien zum Vorschein, die mit realen Verhältnissen vor und in meinem Mund wenig zu tun haben.
  • Sehe ich mir den Verlauf der Infektionen über die Zeit an, so müsste eigentlich der Zeitpunkt der Einführung der Maskenpflicht deutlich sichtbar sein. Das ist aber nicht der Fall.
    Dies erzeugt bei mir Unbehagen und Skepsis und fordert geradezu auf, sich selbst zu informieren.

Wo und wie erfolgt eine erhöhte Ansteckung im Alltag?

Es wird fast einhellig beschrieben, dass besonders folgende Kriterien die Ansteckung fördern:

  • kleine Räume
  • schlecht durchlüftet, das heißt auch schlechte Luft.
  • längere Zeit (mehr als 15 Minuten) in ca 1m-Entfernung zum Infizierten (siehe auch Corona-App)
  • eine hohe Virenlast (kleine Räume) wird den Krankheitsverlauf gefährlicher machen und damit dauerhafte Schäden oder sogar den Tod begünstigen

Was erzeugt die Maske für den Träger ?

  • Der Raum vor den Atmungsorganen Nase/Mund wird eng begrenzt.
  • Die Lüftung ist sehr schlecht.
    Die Luft im Raum zwischen Maske und Mund ist so schlecht, schlechter geht es nicht. Denn all das, was der Körper ausatmen will, sind allesamt Abfallprodukte. Es ist nicht nur das erhöhte CO2.
  • Die CO2-Werte unter einer Maske sind absolut gesundheitsschädlich.
    https://youtu.be/es3kC6mS-LQ
    Der Grenzwert der Gesundheitsschädigung wird um das 10-fache überschritten.
  • Es gibt einen merklichen Widerstand beim Ein-und Ausatmen, der das benötigte Luftvolumen (Sauerstoff) begrenzt.
  • Wenn ich selbst infiziert bin, und dies noch nicht weiß, so atme ich die Viren, die der Körper natürlicherweise nach außen abgeben will, zum Teil wieder ein. Im Raum vor dem Mund, besonders an der Maske selbst wird das Konzentrat an Viren immer höher. 16 mal in der Minute passiert dies, so oft atmen wir ein und aus.
    Wie beim CO2 auch schädige ich meinen Körper.
  • Beispiel bei einem Einkauf im Supermarkt: Ich werde normalerweise keinen fremden Kunden 15 Minuten lang in weniger als 1m-Abstand folgen. Also besteht laut RKI auch keine Gefahr der Infektion (siehe auch Corona-App). Für die Zeit des Einkaufes aber atme ich meinen eigenen Körper-Abfall immer wieder ein, gegebenfalls mit eigener erhöhter Virenlast, eine halbe Stunde lang oder mehr.
    Soll ich das verstehen oder wer kann das verstehen? Offenbar keiner, denn sonst gäbe es keine Strafandrohungen.

Ergebnis der beiden obigen Betrachtungen:

  • Es wird so sein, dass ein Teil der natürlicherweise ausgeatmeten Virenlast in der Maske hängen bleibt. Damit werden andere Menschen weniger belastet. Wieviel Entlastung erfolgt, kann ich anhand der Infektionsverläufe nicht ablesen. Es gibt keinen ablesbaren Effekt in den Verläufen der Fallzahlen. Wer von den Verantwortlichen einen solchen Effekt in den Verläufen der Fallzahlen kennt, möge mir dies mitteilen. Der schwedische Chef-Virologe ist aktuell davon überzeugt, dass die Wirkung sehr gering ist. Ähnliche Mitteilungen gibt es von Finnland. Und solide wissenschaftliche Untersuchungen gibt es nicht. Warum nicht? Die Modell-Studien, die von Politikern vorgetragen werden und von den Medien immer wieder veröffentlicht werden, sagen eigentlich nichts Wesentliches und Belastbares aus,
  • Gleichzeitig gefährde ich mich selbst durch das Tragen einer Maske in erheblichen Maße, auch wenn ich nicht infiziert bin.
    Unser Körper hat drei Wege, um Abfallprodukte wieder abzugeben: flüssig (Urin), fest (Kot), und gasförmig (Atem). Käme jemand auf den Gedanken, zum Beispiel vom Urin einen Teil wieder in sein nächstes Bier zu schütten? Diese Frage beantwortet meine Einschätzung über die Wirkungsweise der Maske. Die eigenen Abfallprodukte wieder dem eigenen Körper zuzuführen, ist mit Sicherheit schädlich und nicht nur „unangenehm“. Und das in gesundem Zustand. Wie lange soll das gut gehen? Was passiert dabei mit meiner so wichtigen Immunität in meinem Alter von 75 Jahren, die ich brauche, wenn ich mich wirklich anstecke?
  • Wenn ich mich tatsächlich infiziert habe, so erhöhe ich durch das Tragen einer Maske mit der erhöhten Viren-Last meine Gefährdung für einen schweren Verlauf der Krankheit. Warum gibt es darüber keine Studien? Diese wären doch sehr viel einfacher durchzuführen?
    Jetzt, wo der Schulunterricht beginnt und die Maskenpflicht auch dort durchgesetzt werden soll, soll eine Untersuchung (keine Studie) darüber stattfinden. Ist das Problem für die Alteren nicht viel dringender?

Meine Entscheidung für mich:

Ich werde eine Maske nur tragen, wenn ich mich selbst schützen will, zum Beispiel bei Arbeiten mit viel Staub.
Wenn ich in die Nähe von Infizierten bewußt kommen sollte (zum Beispiel bei einem Besuch von nahen Verwandten), werde ich mich ebenfalls mit einer Maske schützen. Und in jedem Falle werde ich eine Maske wählen, die der Gefährdung angepasst ist. Die Alltagsmaske taugt für die meisten Fälle nicht.
Durch Verbote, die strafbewehrt sind, machen die Verantwortlichen klar, dass sie keine überzeugenden und belastbaren Begründungen für ihre Entscheidungen gegeben haben und kein Vertrauen zu den Bürgern haben,
Wie soll ich als Bürger dann Vertrauen zu den Verantwortlichen entwickeln können?
Wen wähle ich bei der nächsten Wahl?


Gerade dieser letzte Absatz ist in großem Maße für die Gesellschaft schädlich. Kein Verantwortlicher haftet für seine Entscheidungen, denn im Infektionsgesetz steht, dass kein Bürger eine Maske tragen muss, wenn er aus medizinischen Gründen oder aus „sonstigen“ Gründen das Tragen der Maske nicht verträgt.

Aus wikipedia


Anmaßung und Ignoranz

Den folgenden Beitrag sendete ich als Leserbrief an die Giessener Allgemeine Zeitung. Er bezieht sich auf zwei Artikel vom 1. August 2020: Erstens zum 107. Geburtstag von Katherine Stowasser aus Fellingshausen, zweitens „Die Berufung eines Weltenbummlers“, in dem es um ein Hilfsprojekt in Kambodscha geht.

Von diesem Brief wurden am 7. August die ersten drei Sätze abgedruckt. Der restliche Teil, der mir sehr wichtig ist, wurde weggelassen. Wenn man die übrigen Leserbriefe auf der Seite sieht, kann es nicht aus Platzmangel gewesen sein.

2 Artikel vom 1.8. 2020: Katherine Stowasser aus Fellingshausen/ Die Berufung eines Weltenbummlers

Wer maßt sich an, einer 1o7 Jahre alten Frau zu verbieten, ihre Enkelin zu umarmen?  Ängstliche Behördenfolgsamkeit ohne jedes Augenmaß! Wer wird denn da gefährdet? In diesem Falle sicherlich das Seelenleben von Oma und Enkelin.
Die Bildunterschrift im Artikel über den Starfotografen Hannes Schmid „Der Hunger trifft Kambodscha härter als Corona“ kann als Beispiel für die Ignoranz genommen werden, die derzeit Deutschland beherrscht. Alles dreht sich um ein Virus, das Virus kann alles beherrschen. Andere Länder interessieren nur noch im Zusammenhang mit Coronazahlen. Weltweit hungern über 800 Millionen Menschen, 30 – 40 Millionen sterben pro Jahr. Hungernde haben keine Immunabwehrkräfte. Die Zahl der Hungernden in Industrieländern beträgt knapp 15 Millionen. Sie wird nach dem Herunterfahren der Wirtschaft sicher noch steigen. Die Hauptursache des Hungers ist die ungerechte Verteilung von Eigentum. Wenn im Zuge der Corona-Schließungen weitere Betriebe Insolvenz anmelden müssen, ist ihr Betriebskapital ja nicht einfach weg, es gelangt vermutlich in die Hände derer, die schon genügend Eigentum angehäuft haben. Was die Treuhand für den Osten war, bedeutet Corona für das ganze Land.

Risiken bei Covid-19

18. 6. 2020: Blutgruppe beeinflusst Corona-Verlauf

Die Ursachen für die sehr unterschiedlichen Verläufe sind noch weitgehend unklar, doch ein wichtiger Faktor könnte die Blutgruppe sein, wie ein internationales Forscherteam im „New England Journal of Medicine“ berichtet. 
Patienten mit der Blutgruppe A hatten ein besonders hohes Risiko für Atemprobleme im Zuge einer Covid-19-Infektion, solche mit der in Deutschland ebenfalls gängigen Blutgruppe 0 waren dagegen besser geschützt. In Deutschland haben 43 Prozent der Menschen Blutgruppe A, 11 Prozent Blutgruppe B, 5 Prozent Blutgruppe AB und 41 Prozent Blutgruppe 0.
Quelle Sächsische.de vom 18. 6. 2020

Medikamente

01. 07. 2020 USA kauft Bestände von Remdesivir auf

Die US-Regierung  hat einem Bericht des Guardians zufolge die weltweiten Bestände des Medikaments Remdesivir aufgekauft. Demnach habe die Regierung etwa 500.000 Dosen des Medikaments, erworben. Das entspricht offenbar in etwa der weltweiten Produktion bis Ende September und bedeutet wohl, dass kein anderes Land das Mittel während der nächsten drei Monate kaufen kann.

Quelle: Merkur.de

25. 6. 2020 Remdesivir soll in Europa zugelassen werden

EU: Ärzte können demnächst das Medikament, das den Markennamen Veklury erhalten soll, verschreiben, (sobald es von der Europäischen Kommission genehmigt wurde, was nächste Woche geschehen soll). 
Für bestimmte Patienten Patienten mit schwerer Atemwegssymptomatik ist es gut geeignet. Sofern nur eine Sauerstofftherapie benötigt wird, könnten Patienten bald mit Remdesivir behandelt werden. Allerdings helfe Remdesivir wohl nicht bei Patienten mit extrem schwerer Lungenbeteiligung, die eine künstliche Beatmung erforderlich macht.
Eine internationale Studie mit über 1000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann – von 15 auf elf Tage.

Quelle: tagesschau.de

23. 6. 2020: Dexamethason soll gesteigert produziert werden.

WHO: Die Nachfrage nach Dexamethason ist bereits gestiegen. Glücklicherweise handle es sich um ein günstiges Medikament, das weltweit an vielen Orten hergestellt werde. Er sei daher zuversichtlich, das sich die Produktion beschleunigen lasse.

Das Bundesgesundheitsministerium sah trotz der aus Forschersicht positiven Studienergebnisse in der vergangenen Woche noch keinen Grund, sich mit dem Medikament zu bevorraten. Zunächst solle die Studie geprüft werden, sagte ein Ministeriumssprecher. Er verwies zum darauf, dass die Studie derzeit „noch nicht einmal veröffentlicht“ sei.

19.6.2020: Krebsmedikament Ruxolitinib wirkt bei Covid-19

Wissenschaftler der Universität Marburg berichteten von der erfolgreichen Behandlung einer 65-jährigen Covid-19-Patientin mit Ruxolitinib, einem Krebsmedikament. Nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2* musste die Patientin auf einer Intensivstation mit einem Beatmungsgerät beatmet werden. Nach der Gabe des Krebsmedikaments hätten sich Atmung und Herzfunktion bei der Mittsechzigerin rasch wieder verbessert. Die Virusvermehrung reduzierte sich gleichzeitig.
Die Frau ist offenbar kein Einzelfall. Den Angaben zufolge wurden mehrere Corona-Patienten mit dem Krebsmedikament Ruxolitinib erfolgreich behandelt. 
Jetzt genehmigte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine klinische Studie, in der die Wissenschaftler den Einsatz von Ruxolitinib gegen Lungenversagen durch Covid-19* untersuchen wollen.

Quelle: Merkur.de

17. 6. 2020: Dexamethason als Medikament

WHO feiert „Durchbruch“ im Kampf gegen Covid-19
Zumindest für schwere Fälle von Covid-19 gibt es jetzt Hoffnung. Das Medikament ist günstig und gut verfügbar. Der Entzündungshemmer Dexamethason verringere nachweislich die Sterblichkeit von Covid-19-Patienten.
Bei dem Entzündungshemmer Dexamethason handle es sich um das erste Mittel, das die Sterblichkeit von Covid-19-Patienten verringere, die auf Sauerstoff oder Beatmungsgeräte angewiesen seien.
In der Studie untersuchen Wissenschaftler die Eignung verschiedener bereits zugelassener Medikamente als Mittel gegen Covid-19. Insgesamt sind den Angaben zufolge mehr als 11.500 Patienten aus über 175 Kliniken in Großbritannien in die Studie aufgenommen. Der Dexamethason-Teil der Studie umfasste demnach 2104 Patienten, die für zehn Tage einmal täglich 6 Milligramm Dexamethason bekamen. 4321 Patienten dienten als Kontrollgruppe.
Wissenschaftler unter Leitung eines Teams der Universität Oxford hatten für die Studie das weithin verfügbare Medikament mehr als 2000 schwerkranken Covid-19-Patienten verabreicht. Demnach reduzierte Dexamethason die Sterblichkeit derer, die nur mit Hilfe eines Beatmungsgerätes atmen konnten, um 35 Prozent. Bei Menschen, die Sauerstoff verabreicht bekamen, sank die Sterberate immerhin um ein Fünftel.

Impfstoffe

1. 6. 2020: Deutscher Impfstoffkandidat zeigt erste gute Ergebnisse

Der Pharmariese Pfizer und die deutsche Biotech-Firma Biontech haben erste gute Ergebnisse ihres Corona-Impfstoffs veröffentlicht. Der Impfstoff befindet sich derzeit in einer sogenannten klinischen Phase-Eins-Studie. Das heißt, das Mittel wird zunächst an gesunden Freiwilligen getestet. Die Studie läuft noch, erste vorläufige Ergebnisse wurden nun als sogenanntes „Preprint“ veröffentlicht. Das bedeutet, die Ergebnisse wurden noch nicht von unabhängigen Forschern überprüft.

Laut dieser Studie hätten Probanden bereits Antikörper gegen die Oberfläche von Sars-Cov-2 gebildet. Solche Antikörper braucht es, um eine Immunantwort gegen das Virus zu bekommen – und im besten Fall immun gegen die Krankheit zu sein. Die Forscher verglichen die Antikörper-Konzentration der geimpften Freiwilligen mit der von Menschen, die eine Sars-Cov-2-Infektion durchlitten hatten. Durch den Impfstoffkandidaten sei eine ähnliche Konzentration erreicht worden, heißt es in der Veröffentlichung.

Ob eine solche erhöhte Antikörper-Konzentration auch tatsächlich, wie erhofft, eine Immunität schafft, muss noch in einer Phase-2-Studie mit deutlich mehr Freiwilligen getestet werden. Zunächst aber müssen Forscher, die keine Verbindung zu Pfizer oder Biontech haben, überprüfen, ob die nun vorgelegten Ergebnisse plausibel sind. 

Quelle:: https://www.saechsische.de/

Erste klinische Studie zu Corona-Impfstoff in Deutschland zugelassen

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat erstmals in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten gegen das Coronavirus erteilt. Das Mainzer Unternehmen Biontech erhält demnach die Genehmigung, seinen Wirkstoff zu testen, wie das PEI am Mittwoch mitteilte. Das PEI ist das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel und damit die zuständige Behörde. Biontech zufolge soll es Tests an etwa 200 gesunden Freiwilligen geben.
Seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie sind nach Angaben des Verbands forschender Arzneimittelhersteller mindestens 80 Impfstoffprojekte angelaufen, vier Wirkstoffe werden demnach bereits in klinischen Studien in China und den USA getestet.
Quelle: Süddeutsche Zeitung

Tuberkulose-Impfstoff könnte das Immunsystem verbessern

Ein Tuberkulose-Impfstoff des Max-Planck-Instituts könnte das Immunsystem so stärken, dass es Covid-19 besser bekämpfen kann. Eine Studie mit 1000 Ärzten, Pflegern und Sanitätern soll in Kürze starten
Studien an Mäusen kamen laut Max-Planck-Gesellschaft zu dem Ergebnis, dass der Impfstoff vor Virusinfektionen schützen kann. VPM 1002 soll ein gentechnisch verbessertes BCG und damit wirksamer sein.
Quelle: ntv 22-04-2020

Impfstoff-Tests bereits in den USA und China und in Oxford

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 Die aktuelle Situation mit COVID-19 zeigt, wie wichtig ein Impfstoff wäre, der im Notfall rasch hergestellt werden könnte. 2 Forscherteams haben inzwischen die ersten klinischen Tests zu 2 MERS-Impfstoffen abgeschlossen.

Beide Impfstoffe benutzen ein harmloses Virus als Vehikel. In der Arbeitsgruppe um Sarah Gilbert von der Universität Oxford handelt es sich um die Variante ChAdOx1 eines bei Schimpansen kursierenden Adenovirus, das nicht in der Lage ist, sich zu replizieren. Es wurde mit dem Spike-Protein des MERS-CoV ausgestattet.

 Hamburg und Oxford − Während dringend nach einem effektiven Impfstoff gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2 gesucht wird, haben sich 2 Impfstoffkandidaten gegen das verwandte MERS-CoV in Phase-1-Studien als sicher erwiesen. Die in Lancet Infectious Diseases (2020; DOI: 10.1016/S1473-3099(20)30248-6 und 30160-2) publizierten Ergebnisse dokumentieren auch eine Immunantwort gegen das Virus.
Das Team um Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) benutzt einen Impfstoff auf der Basis des modifizierten Vaccinia-Ankara-Virus (MVA), das ursprünglich als Pockenimpfstoff entwickelt wurde. Zum Umbau in einen MERS-Impfstoff wurde es ebenfalls mit dem Spike-Protein von MERS-CoV ausgerüstet.

Die beiden Impfstoffviren sind als sicher bekannt. Ob dies nach der Ausstattung mit dem Spike-Protein immer noch der Fall ist, wurde in den beiden Phase-1-Studien geprüft. In Oxford erhielten 24 gesunde Probanden eine einmalige Impfung, wobei zunehmend steigende Dosierungen erprobt wurden. In Hamburg wurden 26 gesunde Probanden geimpft, wobei hier 2 Impfungen vorgesehen waren. Auch hier wurde die Impfdosis im Verlauf der Studie langsam gesteigert, um eventuelle Grenzen der Verträglichkeit zu erkunden
Quelle: Äerzteblatt.de.

Ein Virus ist ein Kopier-Algorithmus und ein Beispiel für ein allgemein bedeutsames Lebensprinzip

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Bilder: Wikipedia

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Die obigen Formen sind wenige Beispiele für mehr als 3.000 verschiedene Virusarten, die bekannt sind. Viel mehr noch gehören zu unserem Lebensalltag. Hinzu kommen die Myriaden (unzählbare Menge) anderer Kleinstlebewesen in und auf unserem Körper, die ca. 2 kg unseres Körpergewichtes ausmachen. Manche leben einfach mit uns, andere sind lebenswichtig für unsere Gesundheit, wieder andere können krank machen.

Viren sind keine Lebewesen, sondern nur relativ einfach gebaute Moleküle, die eine Information, eine Handlungsanweisung, ein Erbgut (Genetik) transportieren,
Sie sind lediglich ein chemischer Algorithmus, der einen Wirt veranlasst, die Information, neue Viren herzustellen, zu kopieren, zu kopieren, zu kopieren ….
Solche Handlungsanweisungen sind also völlig vernunftlos.
Sie sind lediglich eine Information, etwas in bestimmter Art und Weise zu tun / ablaufen zu lassen.

Solche Handlungsanweisungen sind im Grunde substratneutral *), unabhängig davon, ob man sie Virus oder Programm oder Gen nennt. Sie verkörpern ein allgemeines Prinzip der Evolution.
Denn aus solchen Kopieranleitungen ergeben sich im Laufe des Prozesses zwangsläufig einmalige, komplexe und unvorhersehbare Entwicklungen, wenn nur die Startbedingungen stimmen.

*) substratneutral heißt, das Material, in dem solche Prozesse stattfinden, spielt also keine Rolle – nur die Logik des Prozesses ist wichtig: seine Logik lässt sich gleichermaßen auf jedes beliebige System anwenden,
in dem es Variation, Selektion und Vererbung (Weitergabe von Information an andere) gibt.

Während andere Entwicklungen vierschiedenartige Lebewesen hervorgebracht haben, benötigen Viren für ihr „Überleben“ einen Wirt, der die notwendigen Bauteile herstellen kann.
In den fremden Organismus gelangen Viren durch Infektion *). Dort heften sie sich in Phase 1. an Wirtszellen an, wenn die Oberflächenstrukturen von Zelle und Virus chemisch zusammenpassen. In Phase 2 wird die Erbinformation in die Wirtszelle geschleust, so dass die Zelle in Phase 3 beginnt Virusbausteine zu erstellen; wieder und wieder. In Phase 4 erfolgt der Zusammenbau der Viruskomponenten bis die Zelle platzt und in Phase 5 die Tochterviren freigesetzt werden, um neue Wirtszellen zu infizieren.

*) Die Infektion findet durch direkten Kontakt statt, als Schmier- oder Tröpfeninfektion,
über verschmutzte Nahrungsmittel oder „Überträger“, wie z.B. Stechmücken, Zecken usw..
Eintrittspforten in den Körper sind kleinere oder größere Wunden und Schleimhäute.

Beim Kopieren – sei es bei der Vervielfältigung eines Virus, eines Bakteriums oder sonstigen Zellteilungen – gibt es immer wieder „Abschreibfehler“, so dass sich die Erscheinungsformen beständig verändern.
Viren kommen damit einmal leichter an der körpereigenen Abwehr vorbei. Zum anderen sind Impfstoffe daher oft nicht passgenau und vor allem wird über das beständige Kopieren seiner Selbst und die dabei auftretenden Variationen das Überleben gesichert. Denn allzu pathogene Viren bringen ihre Wirte um, ähnlich wie sehr aggressive Krebszellen, deren Erblinie zu Ende ist, wenn der Wirt stirbt. Für Formen aber, die ihren Wirt nur schädigen, bestehen größere Chancen, dass die Information weitergegeben wird.

Mit Variation, Selektion und Vererbung (=Weitergabe a) vertikal durch die Generationen oder b) horizontal in einer Generation, wie beim Virus) sind die Grundmechanismen der Evolution beschrieben, die immer stattfinden muss, wenn die drei Faktoren zusammenkommen. In Richard Dawkins *) Ausdrucksweise heißt das: Wenn es einen Replikator (Vervielfältiger) gibt, der in einem Medium unvollkommene Kopien seiner selbst herstellt, von denen nur einige überleben, dann muss es zwangsläufig zu einer Evolution kommen.

*) Clinton Richard Dawkins, geb. 1941 in Nairobi, Kenia, ist ein britischer Zoologe und theoretischer Evolutionsbiologe.
Von 1995 bis 2008 war er Professor an der University of Oxford. Er wurde 1976 mit seinem Buch The Selfish Gene
(Das egoistische Gen) bekannt, in dem er die Evolution auf der Ebene der Gene analysiert.
Er führte den Begriff Mem als hypothetisches kulturelles Analogon zum Gen ein.
In den folgenden Jahren schrieb er mehrere Bestseller, unter anderem The Extended Phenotype (1982),
Der blinde Uhrmacher (1986), Und es entsprang ein Fluß in Eden (1995), Gipfel des Unwahrscheinlichen (1996),
Der Gotteswahn (2006) und Die Schöpfungslüge (2009) sowie weitere kritische Beiträge zu Religion und Kreationismus.

Aber nicht nur in der Biologie, auch in der kulturellen Entwicklung des Menschen lassen sich diese Mechanismen wiederfinden. Denn auch Wörter und Handlunsgsweisen können kopiert und damit weitergegeben, bewahrt und vervielfältigt werden.
Wir erleben das gerade mit dem Wort Coronavirus“ das zuvor nur bei Spezialisten im Gebrauch war.
Dieses Wort hat sich – mit Angst und Unsicherheit gepaart – virusartig mit rasender Geschwindigkeit in einer Generation weltweit verbreitet.
Auch die Handlungsweise, einen Mundschutz zu tragen, eben noch mit Vermummungsverbot, Burka oder Fasching assoziiert, hat binnen weniger Tage einen Bedeutungswandel erfahren. Was gestern von den gleichen Experten noch als gefährlich benannt wurde, ist heute Pflicht und wird vielfach imitiert – Nichtbefolgung wird bestraft.
Derartige kulturelle Informationsweitergabe durch Imitation nennt man, in Anlehnung an die (langsame horizontale Verbreitung von Genen durch die Generationen): Meme. Die allerdings werden vertikal und schnell innerhalb einer Generation, mit neuen Medien sogar binnen Tagen verbreitet und kopiert. Dabei ist es unerheblich, ob eine Information wahr, sinnvoll oder nützlich ist. Einzig zählt die virusartige Vervielfältigung einer Information oder Handlungsweise.

Auch beim Weitererzählen („Vererbung“) von Geschichten oder Nachahmen von Handlungen sind wir (wie die Gene, die gelegentlich mutieren) nicht exakt, Variationen entstehen und nicht alles wird in gleicher Weise für wichtig gehalten, wird ergo nicht weitergegeben, verschwindet, während andere alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen (Selektion). Das erklärt die Entwicklung unterschiedlicher Individuen, Arten wie auch Kulturen.

Das ist aber auch der Grund, warum Viren über die Zeit Veränderungen durchlaufen, so dass immer neue Impfstoffe *) gefunden werden müssen.
Die Hoffnung, man könne Viren ausmerzen, dürfte also eine trügerische Hoffnung sein. Anpassung ist, wie wir es z.B. aus der Bakteriologie mit Antibiotikaresistenzen kennen, eine der großen Stärken der Evolution.
Wir werden mit einer veränderten Umwelt leben müssen, so wie wir es immer getan haben … und nicht jeder wird eine Corona-Infektion, eine schlimme Grippe oder andere Infektionskrankheiten erleben oder gar daran sterben.

*) Impfstoffe versorgen die köpereigene Abwehr mit Informationen, wie ein Krankheitserreger aussieht.
Mit diesem „Wissen“ werden dann Antikörper gebaut, die helfen einen Krankheitserreger abzuwehren.
Wir unterscheiden Totimpstoffe, die abgetötete Krankheitserreger, die sich nicht mehr vermehren können,
oder nur Baubestandteile der Erreger enthalten; z.B. gegen Diphterie, Hepatitis B, Influenza, Kinderlähmung, Keuchhusten, Tetanus.
In Lebendimpfstoffen sind geringe Mengen vermehrungsfähiger Krankheitserreger, die jedoch abgeschwächt wurden,
so dass sie die Krankheit selbst nicht auslösen können.; z.B. Masern, Mumps, Röteln, Windpocken.

Quellen: Wikipedia,
Susan Blackmore, Die Macht der Meme
der Biologieunterricht sowie ein Medizinstudium

Viren sind selten lebensbedrohend

Das nebenstehende Foto zeigt den Marburger Virologen Hans-Dieter Klenk des Institutes für Virologie an der Philipps-Universität.
Im Mittelpunkt seiner Arbeiten stehen die Influenza-Viren sowie das Marburg- und Ebola-Virus.

Gemeinsam mit dem Zeit Wissen-Autor Fritz Habekuß hat er den Wissenschaftskrimi „Treibland“ kommentiert, aus dem das folgende Zitat stammt.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Dieter_Klenk

„Ein solches Vorgehen ist für ein Virus ungewöhnlich. Eigentlich hat kein Parasit ein Interesse daran, seinen Wirt zu töten. Im Gegenteil: Je besser der mit dem Virus leben kann, desto höher ist auch die Chance, dass sich der Parasit weiterverbreitet. Natürlich haben simple Stränge von Erbgut keinen eigenen Willen und können nicht eigenständig handeln. Sie sind neutral, haben weder Sinn noch Ziel. Dennoch sind sie durch die Prozesse der Evolution so geformt, dass ihr Daseinszweck darin besteht zu existieren. <Viren, die ihren Wirt töten, müssen sehr aggressiv sein, damit sie schnell einen neuen Wirt finden, während der alte stirbt.> heißt es in `Treibland´.

Das Buch von Till Raether „Treibland“ – ein Virologie-Krimi, kann in der Bücherei in der Schule am Bornberg ausgeliehen werden. Es ist erschienen in der Reihe „DIE ZEIT – Wissenschaftskrimis“, Gerd Bucerius-Verlag Hamburg 2015. https://www.buecherei-biebertal.de/

Wir können nicht warten, bis das Virus verschwunden ist. Das wird es nämlich nicht.
Zum Beispiel: 90 Prozent der Deutschen tragen die Herpes simplex Viren vom Typ-1 in sich https://www.bmbf.de/de/90-prozent-der-deutschen-tragen-die-herpes-simplex-viren-vom-typ-1-in-sich-4310.html Und dennoch treten die unangenehm juckenden Lippenbläschen nur dann auf, wenn man unter Stress steht oder insgesamt nicht fit ist, z.B. durch Rauchen, falsche Ernährung, Alkoholmissbrauch, zu wenig Bewegung, psychische Überlastung, Hormonstörungen usw.

Gesundheitsvorsorge leidet

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Zurzeit sieht es so aus, als sei Deutschland in der Coronakrise relativ glimpflich davongekommen.
Praxen und Krankenhäuser hatten den Regelbetrieb herunter-gefahren, um Kontakte und damit Ansteckungsrisiken zu verringern.
Jetzt stehen viele Betten in den Kliniken leer und auch die Praxen verzeichnen einen starken Rückgang an Patienten.

Eine Regel der Statistik lautet: Häufiges ist häufig und Seltenes selten.
Bei aktuell 18 Fällen (die anderen sind wieder gesund bzw. 4 sind seit dem 28. Februar verstorben) von Corona bei 260.000 Einwohnern im Landkreis Gießen besteht statistisch also kaum eine Gefahr der Ansteckung. (Landkreis Gießen, Gesundheitsamt)

Nach Ansicht vieler Ärztinnen und Ärzte ist es deshalb an der Zeit, allmählich zur Regelversorgung zurückzukehren – ohne dabei Maßnahmen wie die strikte Trennung von  „normalen“ Patienten und solchen mit Corona-Verdacht zu vernachlässigen. Eine solche Isolierung geschieht übrigens bei jeder Krankheit mit schwerem Ansteckungsverdacht. Denn schwere Erkrankungen – wie COPD (chronische (durch teilweisen Verschluss der Atemwege) hemmende Lungenkrankheit),  Lungenemphysem, chronische Bronchitis, Asthma, Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“), Herzinsuffizienz oder Niereninsuffizienz (-schwäche), Krebs usw. – machen keine Corona-Pause .
Diese Krankheiten dürfen nicht unbehandelt bleiben, weil sie in vielen Fällen gefährlicher verlaufen als eine mögliche Infektion mit der SARS-CoV-2-Virus.

Doch viele Patienten trauen sich nach dem anhaltenden Informationsbomardement der Medien aus Angst vor einer Ansteckung nicht mehr in die Praxen oder Krankenhäuser.
Kinder- und Jugendärzte beklagen, dass Termine für wichtige Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen abgesagt werden.

Auch in Biebertal sehe ich deutlich weniger Patienten im Wartezimmer. Ca. um 1/3 hat sich die Patientenzahl sowohl in den Praxen wie in den Krankenhäusern reduziert.
Erstaunlicherweise auch bei Fachärzten – Orthopäden, Gynäkologen usw -, an die man sich wegen Fieber oder Erkältung gar nicht wendet.
Die Ängste sind oft irrational und bei vielen mehr eine Glaubenssache als von wissender Informiertheit geprägt.
Das gilt auch für den unsachgemäßen Umgang mit Schutzmaßnahmen – die, hätten wir ein höheres Infektionsrisiko, zu deutlich mehr Infektionen beitragen würden. Ebenso fürchte ich, dass das unsachgemäße Desinfizieren und Handschuhtragen dazu beiträgt, ganz andere Keime zu fördern und auch resistent gegen Antibiotika zu machen. Im feucht-warmem Klima gedeihen Bakterien und Hefen nämlich besonders gut.

Im Deutschen Ärzteblatt wird davon berichtet, dass Patienten oft erst viel zu spät z. B. nach Herzinfarkten in die Klinik gehen, so dass schwere Komplikationen sich mehren, die man sonst kaum noch gesehen hat. Das Phänomen sei auch in Österreich und Italien zu beobachten.

Auch bei Krebserkrankungen sind Erstdiagnosen zurückgegangen, weil Untersuchungen zur Früherkennung unterbleiben.

Das muss sich dringend ändern, da die Folgen für die Menschen gravierend sein können.
Insofern ist dieser Artikel keine Werbung für „notleidende“ Praxen, sondern eine wichtige Information, die helfen soll, den gesunden Menschenverstand wieder zu aktivieren. Angst war noch nie ein kluger Ratgeber.

Quelle: Dt. Ärzteblatt 6/2020, Gießener Anzeiger, 06.06.2020